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Chronik

Aller Anfang ist schwer (1909 – 1926)

Im Jahre 1909 wurde die Idee geboren in Micheldorf eine Feuerwehr zu gründen, was jedoch mangels Interesse und finanzieller Mittel nicht die dafür notwendige Unterstützung fand.

Den konkreten Anstoß zur Gründung gab schließlich Herr Werbegg, Buchhalter in Hirt.  Nachdem die Bevölkerung den Nutzen einer Feuerwehr erkannt hatte, lud er am 28. Februar des Jahres die Besitzer der betroffenen Ortschaften Micheldorf, Gaudritz, Ostrog, Schödendorf, Lorenzenberg, Russdorf, Hirt und Gasteige inkl. Zwischenwässern ins Gasthaus Brenner in Hirt zu einer Interessenbesprechung ein.

Nach dem positiven Ausgang der Besprechung konnte am 25. April 1909 im Gasthaus Leikam die Gründungsversammlung einberufen werden, in der Hans Kofler, Besitzer der Kuranstalt Agathenhof, zum ersten Kommandant und Ing. Bellani aus Zwischenwässern zum Kommandant-Stellvertreter gewählt wurden.

Mit einer Unterstützung über 150 Kronen aus den Privatmitteln Kaiser Franz Josephs wurde schließlich die erste Gebirgswagenspritze samt Zubehör angekauft und ein Geräteschuppen südlich Veidlmar-Stadl aufgestellt.

So ausgerüstet wurde am 12.6.1910 das Gründungsfest gefeiert, sodass dieser Tag als offizielles Geburtsdatum der Feuerwehr in Micheldorf gilt.

An Einsätzen mangelte es der noch jungen Wehr nicht. So kann man der Chronik entnehmen, dass der FF Micheldorf im Jahre 1913 100 Kronen für Löscharbeiten im Sägewerk Feltrinelli bei Friesach überwiesen wurden. Weiters wird auch von einem großen Waldbrand östlich des Hirter Felsens berichtet.

 

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Motorisierung und Modernisierung (1927 – 1956)

Nicht zuletzt wegen zweier großer Stadlbrände 1926, der Steßl- und  Schmölzerstadl am Lorenzenberg brannte nieder, wurde von der FF  Micheldorf 1927 eine erste Motorspritze, Typ “Rosenbauer Größe 2“  angekauft, die am 4. September des Jahres eingeweiht wurde.

Für diese damals hochmoderne Gerätschaft gab es auch reichlich Gebrauch.  So wird von einem Waldbrand am Pleschütz 1929, einem Brand des  Pferdestalls in Hirt 1930 sowie einem katastrophalen Stadlbrand 1936  beim Hanselwirt direkt in Micheldorf berichtet.

Der Krieg ging auch am kleinen Micheld orf nicht spurlos vorbei. So  halfen die Kameraden der FF Micheldorf 1945 bei Aufräumungs- und  Löscharbeiten nach einem schweren Bombenangriff auf die Papierfabrik  Funder in Pöckstein, bei dem 16 Menschen ihr Leben verloren hatten.

Im Mai 1945 erhielt die Feuerwehr schließlich ihr erstes behelfsmäßiges  Kraftfahrzeug, einen Steyr Typ12. Das ehemalige Bierauto der Brauerei  Hirt wurde der Feuerwache Micheldorf vermacht, um der Beschlagnahme  durch die Siegermächte zu entgehen.

In der Chronik wird von einem Großbrand im Jahre 1946 berichtet, der durch ein zündelndes Kind verursacht wurde. Die Brandstelle befand sich im Zentrum von Micheldorf. So brannten der Buchhäusl- und Messnerstadl, sowie ein  Wohnhaus trotz tapferem Einsatz der Micheldorfer Feuerwehr und der  Nachbarwehren komplett nieder.

Nachdem 1953 bereits das Rüsthaus erweitert und ein Tor für ein  Kraftfahrzeug angebracht worden war, wurde 1955 schließlich das erste richtige Feuerwehrauto in Dienst gestellt. Es handelte sich um einen Humber-England, der als  Geschenk des Besitzers der Kuranstalt Agathenhof, Karl von Thiery, mit  einer Landesbeihilfe von 1500 Schilling einen  entsprechenden Feuerwehraufbau bekam.

 

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Eingliederung in die Großgemeinde Friesach und ständig “mit der Zeit gehen“ (1956 – 1991)

Am 21. März 1956 wurden Alfred Weiß und Erich Wurmitzer von der  Kameradschaft zum Kommandanten bzw. Kdt. Stellvertreter gewählt. Dieses  Duo sollte sich die nächsten 35 Jahre bewähren. 

Mit einem immensen Schadfeuer hatten Feuerwehren des ganzen  Bezirkes sowie die mitalarmierte Berufsfeuerwehr Klagenfurt am 16. März  1960 in Gasteige zu kämpfen. Durch Nachlässigkeit bei Schweißarbeiten wurde in der Papierfabrik  Funder Altpapier entzündet, wobei bei Löschversuchen der Arbeiter mit  einem CO2 Löscher brennende Papierteile aufgewirbelt wurden und große  Mengen Abfallpapier in der Halle entzündeten.
Die zuerst eintreffenden Feuerwehren konnten lediglich ein weiteres  Übergreifen des Feuers durch Abschirmung der benachbarten Gebäude  verhindern. Die einzige Möglichkeit zur erfolgreichen Brandbekämpfung  stellte ein Innenangriff dar, der aber aufgrund der starken  Rauchentwicklung  und  der damals noch selten verbreiteten Atemschutzgeräte scheiterte.
Mit angefordertem leichten und schweren Atemschutz aus der  Landesfeuerwehrschule konnte der Brand schließlich eingedämmt werden. Schon damals zeigte sich die Notwendigkeit von  Atemschutzmasken im Brandeinsatz, die heute zur  Standardausrüstung gehören.

1961 konnte schließlich ein neues Kleinlöschfahrzeug, Typ Ford Transit  mit einer Tragkraftspritze Automatik 75VW mit Unterstützung des Landes  Kärnten und der Gemeinde angeschafft und am 23. Juli 1961  eingeweiht werden.

Im Sommer 1966 war die FF Micheldorf bei Aufräumarbeiten aufgrund einer  Hochwasserkatastrophe beteiligt. Der damalige Landeshauptmann Sima verlieh daraufhin 23 Kameraden eine Ehrenmedaille für Katastropheneinsatz.

1971 wurde das neue Mehrzweckgebäude in Micheldorf  fertiggestellt, welches sich das Gemeindeamt und die Feuerwehr bis heute teilen.

Im selben Jahr wurden erstmals Kontakte mit der heutigen Partnerwehr in  Micheldorf/OÖ geknüpft. So nahm eine Abordnung an der 100 Jahr Feier der Kameraden in Oberösterreich teil.

1973 kam es im Zuge der Neuordnung der Gemeindestruktur in Kärnten zur Auflösung von Micheldorfs Eigenständigkeit und den Anschluss an die Großgemeinde Friesach. Dadurch wurde die Feuerwehr  Micheldorf zur Ortswehr der Feuerwehr Friesach.

Um die Micheldorfer Feuerwehr auf dem neuesten Stand der Technik zu halten, wurde 1975 eine Schmutzwasserpumpe und 1977 ein Tankfahrzeug TLF-1000  angekauft.

1983 war die FF Micheldorf  bei einem riskanten Chemiebrand in den  Treibacher chemischen Werken im Einsatz.  In einer Nickel-Recycling  Anlage hatte ein Fass Feuer gefangen, was sich schnell zu einem   hochgefährlichen Brand entwickelte. Große Gefahr bestand durch zahlreiche Gasflaschen und einen 40.000l Öl Tank in direkter Nähe. Mit Hilfe von 30 Feuerwehren aus dem ganzen Bezirk konnte das Feuer aber  schließlich gelöscht und schlimmerer Schaden verhindert werden.

Auch nicht ungenannt bleiben sollen die häufigen Erfolge der  Bewerbsgruppe, die 1984 den Bezirksmeistertitel der Stufe III mit nach  Hause nehmen und bei der darauffolgenden Landesmeisterschaft den 11.  Rang erreichen konnten.

Zum 75 jährigen Jubiläum der Wehr konnte 1985 das schon ein wenig in die Jahre gekommene KLF-Ford Transit zugunsten des heute noch  im Einsatz stehenden KLF-VW LT35 ausgemustert und eine  Partnerschaftsurkunde mit der Feuerwehr Micheldorf/OÖ unterzeichnet  werden.

Ein weiterer technischer Meilenstein kam 1986 in Form von drei neuen  Rosenbauer-Pressluftatmern zum Einsatz, welche nun auch  Innenangriffe bei verrauchten Zuständen ermöglichten.

 

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Einsatzbereit wie eh und je, wieder für die eigene Gemeinde und immer besser ausgerüstet (1991 – heute)

1991 ging im Kommando der FF Micheldorf eine Ära zu Ende. OBI  Alfred Weiß tritt nach 48 jährigem Dienst für die FF und 35 jähriger  Tätigkeit als Kommandant in den Altmitgliederstand über. Das Kommando  übergab er seinem langjährigen Stellvertreter Erich Wurmitzer. 

Als sich Micheldorf im Jahre 1992 von der Stadtgemeinde Friesach lösen konnte und eine eigene Gemeinde wurde, konnte sich auch die FF Micheldorf  wieder  Gemeindefeuerwehr nennen.

Einen gefährlichen Großeinsatz hatte die Kameradschaft 1994 zu meistern,  als in der Trockenanlage des Tilly-Plattenwerks in Treibach ein Brand  ausbrach.  Für die eintreffenden Wehren war das Werkstor jedoch verschlossen und die Hydranten im Werksgelände defekt. 20  Wehren mit 300 Mann konnten den Brand dennoch unter Kontrolle bringen,  die 1500m² große Heiz- und Trockenanlage war aber nicht mehr  zu retten und brannte bis auf die Grundmauern nieder.

Bei den Kommandowahlen 1997 wurde OBI Erich Wurmitzer aufgrund seines  altersbedingten Ausscheidens aus dem Aktivstand für seine langjährige  Tätigkeit als Kdt. Stv. und Kdt. geehrt und zum Ehrenkommandanten  ernannt. Neuer Gemeindefeuerwehrkommandant wurde der vormalige
Stv. BI  Franz Zwatz, neuer Stellvertreter LM Walter Robitschko.

2000 hatte die Feuerwehr Micheldorf gleich zwei Anlässe zu feiern. Zum einen konnte das 90 jährige Jubiläum begangen werden, zum anderen  wurde eine Jungfeuerwehr gegründet, die vom Ausbildungsteam unter LM Heimo Wallner, BM Ferdinand Reichenhauser, FM Stefan Fritz und OFM Karl Berger betreut wurden.
In einem  zweitägigen Fest, bei welchem sich die neue Jugendgruppe in einem  spielerischen  Wettbewerb mit den “Großen“ messen konnte, wurde mit den  vielen Gästen aus Politik und Geistlichkeit, Partnerstädten und  Partnerwehren ausgiebig gefeiert.

Einem ganz speziellen Großeinsatz stellten sich die Kameraden der FF  Micheldorf nach dem Jahrhunderthochwasser 2002 in Oberösterreich. 10  Mann rückten mit Kdt.Stv. Robitschko
freiwillig in das  Katastrophengebiet aus und halfen bei Aufräumarbeiten mit.

Seit dem Jahr 2003 befindet sich die Leitung unserer Feuerwehr in den  Händen von  Kdt. Walter Robitschko.

Ein Großeinsatz im eigenen Pflichtbereich stellte sich der Kameradschaft  der FF Micheldorf  am 5. November 2004. In einer Werkstätte in Gasteige  bei Hirt brach Feuer aus, das auf eine benachbarte Lagerhalle übergriff  und bald zum Großbrand wurde. Die durch Alarmstufe 3 alarmierten  Einsatzkräfte aus dem ganzen Bezirk waren stundenlang im Einsatz um den  enormen Brand entgegenzuwirken, welcher mit vereinten Kräften und nach  mühevoller Arbeit schließlich auch  gelöscht werden konnte.

Ein ständiges Bestreben ist es für uns wie eh und eine schlagkräftige und einsatzstarke Wehr für die Gemeinde zu sein. So wurde 2005 ein hochmodernes Tanklöschfahrzeugfahrzeug TLF-A 2000 von  der Firma Marte gekauft und im Winter 2005  weitere Räumlichkeiten in der ehemaligen Postfiliale für die Feuerwehr  eingerichtet. Diese dienen derzeit als Kameradschafts- und Schulungs-, sowie  Jungfeuerwehrräume.

 

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